Fünf neue Schüler am Lindenhof, aus besonderem Holz...
 
...geschnitzt sind sie allerdings nicht! Dafür besonders ruhig, genügsam und immer da! Trotzdem „beleben“ sie unseren Schulalltag seit einigen Wochen durch ihre farbige Präsenz. Bis die fünf allerdings ihren Platz und ihre Position eingenommen hatten, dauerte es etwas länger...
Die Klasse 3c wünschte sich im BG eine figürliche Arbeit. Gleichzeitig hatte der Werklehrer Beato Eigenmann die Idee zu einer Abschlussarbeit und daraus sind schliesslich lebensgrosse Holzfiguren aus Doppellatten entstanden. Die Körperdimensionen haben die SchülerInnen bei sich selbst abgemessen und die Körperhaltung haben sie mit Hilfe von Holzpuppen skizziert und festgelegt. Je nach Werkstück wurde die Umsetzung der Gelenke - als Scharniere oder Überblattungen - dann mehr oder weniger kompliziert. Dass das Platzieren und Befestigen der fertigen „Gestalten“ doch Einiges an Aufwand erforderte, ist wohl den Fotos zu entnehmen... Dementsprechend freuen sich die SchülerInnen nun auch über ihre geleistete Teamarbeit!

Ein EMA Wunsch wird umgesetzt

Ganz nach dem Motto „alles neu macht der Mai“, ist die EMA an der Sitzung vom 9. Mai 2016 auf die schöne und vor allem nutzbringende Idee gekommen, die Sitzflächen der Rondellen vor dem Gebäude der Oberstufe Lindenhof angenehmer zu gestalten.
Der Werklehrer Beato Eigenmann hat von „diesem Wunsch“ erfahren und sofort mit der Planung begonnen: Berechnen, Prototypen erstellen, Schablonen für die Schülerinnen und Schüler anfertigen usw. Dank seines Engaments  konnte alles zeitnah und passend erstellt werden.
Und dann, im 2. Semester des laufenden Schuljahres, wurden die 19 grossen und 17 kleinen Sitzflächen von den Klassen 1c und 1b aus Lerchenholz bearbeitet.
An dieser Stelle auch ein grosses DANKESCHÖN an den Holzbau Thalmann aus Wil, welcher der Schule gegenüber sehr grosszügig war.
Schliesslich haben die Klassen 1c, 1b und 3c mit Bohrhammer, Dübel und Sechskant die Sitzflächen Nr.1-33 sowie A-S auf den Betonbänken festgeschraubt, alles ganz nach Plan und in ausgezeichneter Teamarbeit!
Herzlichen Dank allen Beteiligten dafür!

Werken / Technisches Gestalten
 
Raum für Werken und Gestalten gehört in Zukunft mehr denn je zur Idee einer auf die grossen Herausforderungen der Zeit antwortenden Schule, welche die Kinder und Jugendlichen in deren Suche nach sinnlicher und Sinn machender Lernerfahrung (wieder) erreicht.
(Anton Strittmatter, Pädag.Arbeitsstelle LCH 1995)
Im Technischen Gestalten bin ich mit der anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, Kinder und Jugendliche für die Entwicklungsprozesse neugierig zu machen. In den Gestaltungsfächern ist genaue Beobachtung und kritische Betrachtung, sowie Eigeninitiative, Geduld, Bereitschaft zur Vertiefung, Konzentration und Durchhaltewillen gefragt.
Einige Schülerinnen und Schüler entwickeln diese Fähigkeiten und bringen schon einiges  an Erfahrungen und Grundwissen mit. So entschied sich auch dieses Jahr eine grosse Gruppe dieser Jugendlichen ihre, in der 3. Oberstufe obligatorische, Projektarbeit im Technischen Gestalten zu absolvieren.
Die Schülerinnen und Schüler entwerfen und planen eine persönliche Aufgabe, die möglichst  selbständig organisiert und realisiert werden soll. Einige haben klare Ideen und entwickeln, bauen ihr Vorhaben auch mit Hilfe der Eltern oder einem bekannten Coach ausserhalb der Schule.
Einige arbeiten sehr selbständig und bringen einen enormen Ideenreichtum mit.
Die meisten jedoch sind auf unsere Hilfe angewiesen. Wir erarbeiten die Projekte in den zwei vorgesehenen Wochenlektionen in diversen Zwischenstunden und am schulfreien Nachmittag des jeweiligen Schülers, resp. der jeweiligen Schülerin.
Diese motivierten Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, sie zu beraten und ihnen bei komplexen Techniken und Gestaltungsfragen zu helfen  sind die Highlights meiner Arbeit als Werklehrer.  Auch dieses Jahr sind ausgezeichnete Projekte in Arbeit, einige dieser Schülerinnen und Schüler arbeiten sogar zu Hause in der Freizeit auf ihr Ziel hin.
Es ist aber  eine Realität, dass  vielen Schülerinnen und Schülern die notwendigen Voraussetzungen für einen stufengerechten Werkunterricht fehlen. Es fehlt die Neugier, die Konzentration oder das Grundinteresse sich auf eine Aufgabe einzulassen oder gar ein eigenes Projekt zu definieren. Viele unserer Jugendlichen machen oder machten, so scheint es, kaum Erfahrungen mit all den Dingen, Räumen und Phänomenen, die sie täglich umgeben. So sind Fertigkeiten, Vorgänge, Techniken oder Hintergründe, die der Gestaltungsunterricht benötigt nicht vorhanden. Viele Schülerinnen und Schüler haben daher kaum eine Vorstellung wie der Weg zu einem schönen und wertvollen Projekt beginnen könnte.
Als leidenschaftlicher Handwerker und Gestalter wünschte ich mir, dass mehr Jugendliche sich mit realen Lebensräumen (Natur, Wald, Bauernhof, Werkstatt etc.) auseinandersetzen könnten. Dies müsste schon im Vorschulalter von den Eltern, Grosseltern etc. initiiert werden. Viele Kinder müssten aus den virtuellen Parallelwelten herausgelockt werden und in wirkliche Lebensräume eintauchen können, um so greifbare Erfahrungen zu machen und wirkliche Phänomene zu erleben.

Stefan Kunz  Werklehrer

Schulgarten an der Oberstufe Lindenhof

Im Rahmen des Werkunterrichts sind wir schon seit einigen Jahren an der Planung und Realisation eines Schulgartens. Was vor geraumer Zeit mit einer Kräuterspirale aus Sandstein begonnen hat, wird nun umsäumt von einer ökologisch vielfältigen Wiese. Durch das Ansäen eines maschinell vorbereiteten Streifens und der bewussten Pflege, gedeihen auf dem ehemaligen Rasen nun schon etliche Wiesenblumen.
Im letzten Jahr haben wir den bestehenden Gemüse- und Blumengarten mit einem Maschendrahtzaun abgegrenzt, um so unsere Beete vor Hunde- und Katzenkot zu schützen. Das kurzfristige Ziel ist nun, diese an einen Bauerngarten erinnernden Pflanzenbeete mit pflegeleichten Kräutern, Blumen und Beeren zu bestücken. Die biologisch erzeugten Produkte können dann  in der Schulküche verwendet werden. Natürlich verfeinern die jetzt schon vorhandenen Kräuter aus der Kräuterspirale seit einigen Jahren die Menus in der Schulküche.
In den Gartenbaublöcken während des Werkunterrichts entsteht  parallel zu den beschriebenen Vorhaben ein kleines zusammenhängendes Naturareal mit sich ergänzenden Feucht- und Trockenstandorten. Während der letztjährigen Sonderwoche haben wir eine Teichmulde ausgehoben, um ein  Feuchtbiotop (stahlgittergesichert) anzulegen.  Wir verwenden dazu das vorhandene Wandkies, welches bisher den  Koffer der rückgebauten Steinpflästerung bildete. Mit dem Wandkies  gestalten wir das Trocken-, resp. Ruderalbiotop.
Seit den Frühlingsmonaten belebt  eine weitere Attraktion unseren Schulgarten. Nebst dem im Bienenhotel eingezogenen Wildbienennachwuchs, pflege ich mittlerweile drei Honigbienenvölker auf dem Bienenstand der Oberstufe Lindenhof.
Die zum Teil selbstgebauten Bienenmagazine aus unbehandelter Fichte (Typ Zander) wurden von versierten Schülerinnen und Schülern mitproduziert. Im Werkunterricht baue ich bei interessierten Klassen kurze Inputs ein, in denen ich die momentane Situation im Zyklus des Bienenvolkes erläutere und den Aufbau und das Prinzip der Magazine vorstelle. Mit grosser Genugtuung haben wir festgestellt, dass sich die Tracht (Blütenangebot) auf dem grossen Schulareal des Lindenhofes und im angrenzenden Quartier vielfältig und ergiebig gestaltet. Ich konnte in den beiden Jahren einige Kilogramm Honig ernten.
Im BG Unterricht haben wir uns mit der Gestalt der Bienen beschäftigt und die Insekten mit Lupen genau angesehen. Die entstandenen Skizzen sind in die Gestaltung der schulhauseigenen Honigglasetikette eingeflossen.
Auch dieses Jahr können wir mit zahlreichen Gläsern, gefüllt mit bernsteinfarbenem Frühlingshonig, rechnen. Die Schülerinnen und Schüler freuen sich darauf, einige haben schon jetzt ein Glas Lindenhofhonig reserviert. Der Verkaufserlös fliesst selbstverständlich wieder in das Bienenprojekt zurück.
Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Bienenprojektes tragen die angrenzenden Nachbarn bei. So durfte ich im letzten Sommer einen Schwarm im Nachbarsgarten einfangen. Im Frühsommer dieses Jahres wurde ich von einem anderen Anwohner auf ein Bienenvolk aufmerksam gemacht, welches sich an einem Baum am Rand des Schulartens niederliess. Auch dieses Volk konnte ich erfolgreich in den Schulbienenbestand integrieren.
Mit diesen Projekten möchte ich den Schülerinnen und Schülern Zusammenhänge und Kreisläufe natürlicher Lebensräume, die vielen Jugendlichen kaum bekannt sind, näher bringen und sie für die fragile, vielfältige Natur sensibilisieren.
 

Stefan Kunz  Werklehrer